Invasive Arten: Die Asiatische Tigermücke auf dem Vormarsch

Die wohl besorgniserregendste Entwicklung der letzten Jahre ist die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus). Ursprünglich in den Tropen und Subtropen Südostasiens beheimatet, wurde sie in Deutschland erstmals 2007 in der Rheinebene nachgewiesen. Inzwischen hat sie sich deutlich weiter ausgebreitet: Neben dem Oberrheingebiet in Baden-Württemberg ist sie mittlerweile in Bayern, Thüringen, Berlin und seit 2024 auch im südlichen Nordrhein-Westfalen (Region Bonn) nachgewiesen worden (Quellen: Deutsches Ärzteblatt, 2024; AOK Rheinland/Hamburg, 2025). Experten gehen davon aus, dass sie sich langfristig auch in den nördlichen Bundesländern etablieren wird.

Erkennungsmerkmale

Die Tigermücke ist an ihrem charakteristischen schwarz-weißen Streifenmuster auf Körper und Beinen leicht zu erkennen. Im Gegensatz zu den meisten heimischen Arten ist sie tagaktiv und sticht bevorzugt tagsüber – besonders in den Morgen- und Abendstunden.

Brutverhalten: Container-Brüter

Tigermücken sind sogenannte Container-Brüter. Sie legen ihre Eier in kleinsten Wasseransammlungen ab – Blumentopfuntersetzer, Grabvasen, Vogeltränken, Regentonnen oder Pfützen genügen völlig. Ihre Eier sind extrem widerstandsfähig und überleben selbst Trockenperioden und Frost.

Warum ist sie gefährlich?

Die Tigermücke kann theoretisch bis zu 22 Viren übertragen, darunter das Dengue-Virus, das Chikungunya-Virus und das Zika-Virus. Wichtig für Deutschland: Bisher konnten diese Erreger in deutschen Tigermückenpopulationen nicht nachgewiesen werden (Quelle: LAND & FORST, 2025). Das Risiko steigt jedoch mit der weiteren Ausbreitung der Art und dem globalen Reiseverkehr – denn eine Mücke kann sich nur dann infizieren, wenn sie einen virämischen (noch ansteckenden) Reiserückkehrer sticht und das Virus anschließend auf die nächste Person überträgt.

Hinweis: Falls Sie eine Mücke mit auffälligem schwarz-weißem Muster entdecken, melden Sie den Fund dem Citizen-Science-Projekt Mückenatlas (mueckenatlas.com) oder der App Mosquito Alert – diese Daten helfen der Forschung.

Was kann ich tun?

Persönlicher Mückenschutz

  • Repellentien: Mittel mit den Wirkstoffen DEET, Icaridin (Picaridin) oder IR3535 bieten nachweislich wirksamen Schutz. Auf Beipackzettel und Anwendungshinweise achten, besonders bei Kindern und Schwangeren.
  • Kleidung: Lange Hosen und langärmelige Oberteile, idealerweise in hellen Farben, reduzieren die Angriffsfläche erheblich.
  • Moskitonetze und Fliegengitter: Vor allem für Schlafzimmer und in der Dämmerung empfehlenswert.
  • Zeitliches Meiden: Heimische Mücken sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Die Tigermücke hingegen sticht tagsüber – hier bietet zeitliches Meiden wenig Schutz.

Brutplätze beseitigen – die effektivste Langzeitstrategie

Da Mücken zur Eiablage nur kleinste Wassermengen benötigen, lässt sich die Population im eigenen Garten deutlich reduzieren:

  • Regentonnen mit einem engmaschigen Deckel oder Netz abdecken.
  • Blumentopfuntersetzer, Gießkannen und Eimer regelmäßig entleeren oder umgekehrt lagern.
  • Vogeltränken und Grabvasen alle paar Tage frisch befüllen.
  • Teiche und Gartengewässer mit Goldfischen oder speziellen Biolarven-Mitteln (z. B. Bacillus thuringiensis israelensis, kurz Bti) behandeln – Bti ist ein biologisches Mittel, das selektiv Mückenlarven bekämpft, ohne andere Organismen zu schädigen.
  • Pfützen nach Regenfällen beseitigen oder ablaufen lassen.
  • Dachrinnen regelmäßig reinigen, damit kein Wasser stagniert.

Professionelle Mückenbekämpfung

In manchen Situationen sind private Maßnahmen nicht ausreichend – etwa bei massivem Befall nach Überschwemmungen, auf größeren Grundstücken oder bei Verdacht auf Tigermücken-Befall. Wir als professionelle Schädlingsbekämpfer setzen auf gezielte, umweltverträgliche Methoden:

  • Larvizide Behandlung von Gewässern und Brutplätzen mit biologischen Mitteln (Bti)
  • Adultizide Maßnahmen bei akutem Massenbefall
  • Monitoring und Fallen zur Früherkennung invasiver Arten