Ratten in Deutschland – Arten, Gefahren und professionelle Bekämpfung

Ratten gehören zu den ältesten und hartnäckigsten Begleitern des Menschen. Sie sind intelligent, anpassungsfähig und vermehren sich rasant. In Deutschland kommen zwei Arten vor, die als Schädlinge relevant sind – und beide stellen eine ernsthafte Gefahr für Gesundheit, Gebäude und Vorräte dar. Wer einen Rattenbefall vermutet, sollte schnell und richtig handeln.

Welche Rattenarten kommen in Deutschland vor?

Wanderratte (Rattus norvegicus) – die häufigste Art

Die Wanderratte ist mit großem Abstand die häufigste Rattenart in Deutschland. Sie ist kräftig gebaut, mit einem Körpergewicht von 350 bis 550 Gramm und einer Körperlänge von 18 bis 26 cm – hinzu kommt ein fast gleich langer Schwanz. Das Fell ist braungrau, die Schnauze stumpf, die Ohren klein und eng anliegend. Ein sicheres Erkennungsmerkmal: Der Schwanz der Wanderratte ist kürzer als der Körper (Quelle: Rentokil, Rattenarten).

Die Wanderratte lebt bevorzugt im Erdreich und in der Kanalisation – sie ist eine exzellente Schwimmerin und Taucherin und die einzige Rattenart, die die Kanalisation dauerhaft bewohnt. In Gärten und an Gebäuden legt sie weitverzweigte unterirdische Gangsysteme an. Sie ist dämmerungs- und nachtaktiv, aber bei großem Befall auch tagsüber zu sehen – was ein deutliches Warnsignal ist.

Ratte lugt aus Mauerritze - Rattenbefall an Gebäuden erkennen und bekämpfen Mecklenburg-Vorpommern

Hausratte (Rattus rattus) – selten, aber vorhanden

Gruppe von Wanderratten - massenhaftes Auftreten von Ratten als Zeichen für starken Befall

Die Hausratte ist schlanker und kleiner als die Wanderratte – 16 bis 24 cm Körperlänge, 150 bis maximal 300 Gramm Gewicht. Ihr auffälligstes Merkmal sind die großen Ohren: Klappt man sie nach vorne, bedecken sie das Auge. Ihr Schwanz ist länger als der Körper und wird beim Laufen angehoben. Das Fell ist dunkelbraun bis schwarz (Quelle: schaedlingskunde.de).

Die Hausratte bevorzugt trockene, höher gelegene Orte: Dachböden, Verschalungen, Hohlraumdecken, Mauerspalten. Sie klettert hervorragend, meidet aber Wasser. Wichtig zu wissen: In vielen Bundesländern steht die Hausratte auf der Roten Liste gefährdeter Arten – darunter Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Eine gezielte Bekämpfung muss daher artenschutzrechtlich korrekt erfolgen und sollte ausschließlich durch Fachpersonal durchgeführt werden (Quelle: schaedlingskunde.de).

Schnellvergleich: Wanderratte vs. Hausratte

Merkmal Wanderratte Hausratte
Gewicht 350–550 g 150–300 g
Körperlänge 18–26 cm 16–24 cm
Schwanz Kürzer als Körper Länger als Körper
Ohren Klein, eng anliegend Groß, vorspringend
Fell Braungrau Dunkelbraun bis schwarz
Lebensraum Kanalisation, Erdbauten, Keller Dachböden, Verschalungen, Mauern
Schutzstatus Nicht geschützt Rote Liste in mehreren Bundesländern

Fortpflanzung: Warum schnelles Handeln entscheidend ist

Ratten vermehren sich das ganze Jahr über. Ein Wanderratten-Weibchen wird bereits mit 10 bis 12 Wochen geschlechtsreif und bringt 5 bis 7 Mal im Jahr Würfe mit jeweils 7 bis 8 Jungtieren zur Welt. Die Tragzeit beträgt nur drei Wochen – und kurz nach der Geburt ist das Weibchen bereits wieder empfängnisbereit. Ein einziges Rattenpaar kann so theoretisch mehrere hundert Nachkommen pro Jahr produzieren (Quelle: apex-schaedlingsbekaempfung.de).

Das bedeutet: Ein kleiner Befall wächst innerhalb weniger Wochen zu einem massiven Problem heran, wenn nicht eingegriffen wird.

Welche Schäden richten Ratten an?

Gesundheitliche Gefahr

Ratten übertragen über 35 verschiedene Krankheitserreger auf den Menschen – direkt durch Biss oder Kontakt mit Urin, Kot und Speichel, oder indirekt über kontaminierte Lebensmittel und Oberflächen. Die wichtigsten Erkrankungen:

  • Leptospirose: Bakterielle Infektion durch Kontakt mit Rattenurin – etwa beim Gartenarbeit in feuchtem Boden, beim Aufräumen von Keller oder Schuppen. Symptome: Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen. In schweren Fällen kann die Erkrankung Leber und Nieren schädigen.
  • Hantavirus: Übertragung durch Einatmen von Staub, der mit Rattenkot oder -urin kontaminiert ist. Besonders riskant beim Aufräumen von Kellern, Garagen oder Dachböden im Frühjahr. Symptome: Fieber, Muskelschmerzen, Atemprobleme.
  • Salmonellose: Kontamination von Lebensmitteln durch Rattenkot. Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.
  • Toxoplasmose: Durch Kontakt mit kontaminiertem Material übertragbar; besonders gefährlich für Schwangere.
3D-Darstellung eines Krankheitserregers - Ratten können über 35 Viren und Bakterien auf den Menschen übertragen

Sachschäden

Ratten nagen dauerhaft – ihre Schneidezähne wachsen ihr gesamtes Leben lang und müssen abgenutzt werden. Was sie dabei beschädigen:

  • Elektrische Leitungen – angenagelte Kabel gelten als eine der häufigsten, aber oft unerkannten Brandursachen. In Deutschland werden jährlich mehrere tausend Wohnungsbrände auf Nagetierbefall zurückgeführt (Quelle: kammerjaeger-berndt.de)
  • Wasserleitungen und Rohre – Wasserschäden durch angenagste Rohre
  • Dämmaterialien – als Nistmaterial zerstört
  • Lebensmittelvorräte – direkte Kontamination durch Fraß, Kot und Urin

Meldepflicht

Wichtig: In Deutschland besteht nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) für Grundstückseigentümer die Pflicht, einen Rattenbefall zu melden und zu bekämpfen. Wer nichts unternimmt, riskiert eine Ordnungswidrigkeit (Quelle: futura-shop.de).

Wie erkenne ich einen Rattenbefall?

Ratten sind scheu und nachtaktiv – man sieht sie selten direkt. Ihre Spuren sind jedoch eindeutig:

Wanderratte am Küchengeschirr - Ratten kontaminierenLebensmittel und Oberflächen mit Krankheitserregern

  • Rattenkot: Dunkelbraun bis schwarz, 10–20 mm lang, spindelförmig. Wanderratten-Kot ist deutlich größer als Mäusekot (ca. 3–6 mm)
  • Fraßspuren: Angenagste Verpackungen, Kabel, Holz, Rohre
  • Laufspuren und Gänge: Glattgedrückte Laufwege entlang von Wänden, Löcher im Boden oder in Mauern
  • Fettspuren: Ratten haben fettiges Fell und hinterlassen dunkle Schmierspuren an häufig genutzten Wegen
  • Geräusche: Scharren, Nagen und Laufgeräusche vor allem nachts in Wänden, Böden oder der Decke
  • Ratten tagsüber sichtbar: Wer Ratten am Tag offen sieht, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits einen massiven Befall

Was tue ich bei Rattenbefall?

Auf keinen Fall selbst experimentieren

Viele versuchen zunächst, Ratten mit handelsüblichen Ködern oder Fallen selbst zu bekämpfen. Das führt häufig dazu, dass das Problem kurzfristig kleiner wirkt, aber nicht gelöst wird – denn Ratten sind äußerst lernfähig und misstrauisch gegenüber neuen Objekten in ihrer Umgebung (sogenannte Neophobie). Wanderratten ignorieren frisch aufgestellte Köderboxen oft tagelang. Nur ein systematischer Ansatz mit professionellen Methoden führt zum dauerhaften Erfolg.

Hinweis ab 2026: Die Verwendung antikoagulanter Rattenköder durch Privatpersonen wird zum 25. April 2026 verboten. Ab diesem Datum dürfen derartige Mittel ausschließlich von geschulten Fachleuten mit Sachkundenachweis eingesetzt werden (Quelle: Rentokil). Das unterstreicht: Professionelle Schädlingsbekämpfung ist bei Rattenbefall nicht nur sinnvoll – sie wird rechtlich zunehmend zur einzigen Option.

    Professionelle Bekämpfung

    Als zertifizierter Schädlingsbekämpfungsbetrieb bieten wir:

    • Befallsermittlung: Analyse der Eintrittspunkte, Laufwege und Populationsgröße
    • Artbestimmung: Unterscheidung von Wander- und Hausratte für die richtige Strategie
    • Köderboxen und Fallensysteme: Fachgerechte Auslage gemäß aktueller Rechtslage
    • Eintrittspunktsicherung: Nachhaltige Abdichtung von Zugangswegen
    • Dokumentation: Rechtskonforme Nachweisführung für Behörden und Vermieter

    Prävention: Was Sie selbst tun können

    • Müll in rattensicheren, verschlossenen Behältern entsorgen
    • Keine Lebensmittelreste über die Toilette oder Ausguss entsorgen
    • Wildvögel und Wildtiere nicht füttern oder Futter in rattensicheren Behältern aufbewahren
    • Kompostanlagen rattensicher gestalten
    • Lücken und Risse in Mauerwerk, Kellerwänden und Fundamenten schließen
    • Kellerfenster mit engmaschigem Stahlgitter sichern
    • Rohrleitungen und Hausanschlüsse regelmäßig auf Schäden prüfen
    • Holzstapel, Gerümpel und dichte Bepflanzung direkt am Haus vermeiden

    Quellen

    [1] Rentokil Deutschland, Rattenarten erkennen: rentokil.com
    [2] Wikipedia, Wanderratte: de.wikipedia.org
    [3] Institut für Schädlingskunde, Hausratte: schaedlingskunde.de
    [4] Kammerjäger Berndt, Wanderratte vs. Hausratte: kammerjaeger-berndt.de
    [5] APEX Schädlingsbekämpfung, Rattenarten in Deutschland: apex-schaedlingsbekaempfung.de
    [6] futura-shop.de, Unterschied Wanderratte Hausratte: futura-shop.de
    [7] Planet Wissen, Biologie der Ratte: planet-wissen.de
    [8] Rentokil, Dauerbeköderungsverbot 2026: rentokil.com

    Ratten können erheblichen Schaden anrichten und stellen eine akute Gefahr für die Gesundheit dar. Kontaktieren Sie uns bei Befall. Schädlingsbekämpfer MV ist für Sie da. In Rostock und Umgebung schnell und nachhaltig — in Privathaushalten und Gewerbebetrieben.

    Haben Sie ein Problem oder Fragen, rufen Sie uns gerne unter 0151 261 060 41 an. Wir kümmern uns um ihr Anliegen!