Japankäfer in Deutschland? – Popillia japonica auf dem Vormarsch
Der Japankäfer (Popillia japonica) ist ein invasiver Schädling, der ursprünglich aus Ostasien stammt. In den USA hat er sich seit seinem ersten Nachweis 1916 in New Jersey stark ausgebreitet und zu einem bedeutenden Schädling entwickelt. In Europa wurde 2014 erstmals eine größere Population in Norditalien entdeckt, wo sich der Käfer im Piemont, der Lombardei und der Emilia Romagna stark ausgebreitet hat – das Befallsgebiet umfasste 2024 bereits über 16.000 km².
Der Käfer schafft es mit eigenen Flügeln pro Jahr gerade einmal 1,5 km weit – reist aber als „blinder Passagier“ in LKWs, Autos oder Flugzeugen mit, was seine schnelle Verbreitung erklärt
Situation in Deutschland
Seit 2025 sind in Freiburg (Baden-Württemberg) und Trebur (Hessen) zwei abgegrenzte Befallsgebiete ausgewiesen. Weitere Einzelfunde wurden 2025 in Brandenburg, Baden-Württemberg und Bayern festgestellt. Auf EU-Ebene ist Popillia japonica als Prioritäts-Quarantäneschädling gelistet, und die EU hat eine eigene Durchführungsverordnung erlassen, die Maßnahmen zur Verhinderderung der Ansiedlung und Ausbreitung regelt.
Was macht ihn so gefährlich?
Der Japankäfer frisst über 400 verschiedene Nutz- und Zierpflanzen und gefährdet damit Pflanzen in der Landwirtschaft, im Gartenbau und in der Umwelt. Darunter Bäume wie Ahorn, Birke, Buche, Walnuss, Lärche, Apfel, Pappel, Kirsche, Linde und Ulme sowie Sträucher wie Hibiskus, Rhododendron, Rose und Heidelbeere
Was sollten Sie bei einem Fund tun?
Der Japankäfer ist in Deutschland meldepflichtig – das gilt für jeden Fund, egal ob tot oder lebendig. Verdachtsfälle müssen dem Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes umgehend gemeldet werden. Eine Übersicht aller zuständigen Stellen mit Kontaktdaten stellt das Julius-Kühn-Institut (JKI) online bereit.
Wenn möglich, sollte man ein Foto des Käfers machen und ihn gut gesichert – zum Beispiel in einer Schachtel oder Dose – an die zuständige Behörde übergeben. Datum und genauer Fundort sind dabei wichtig.
Außerdem bitten die Behörden Reisende, Fahrzeuge und Gepäck vor der Rückreise aus stark befallenen Regionen wie Norditalien oder der Südschweiz gründlich zu kontrollieren und auf Mitbringsel wie Pflanzen, Schnittblumen, Gemüse oder Früchte zu verzichten.
Was hat der Schädlingsbekämpfer damit zu tun?
Der Schädlingsbekämpfer ist beim Japankäfer kein erster Ansprechpartner – das sind die Behörden. Aber: Als biologische Maßnahme können gegen die Larven des Käfers parasitische Nematoden eingesetzt werden – in Italien werden diese bereits erfolgreich genutzt. Ein Schädlingsbekämpfer kann beim Monitoring auf dem eigenen Grundstück helfen, befallene Flächen einschätzen und den Einsatz von Nematoden fachgerecht begleiten – besonders für Gewerbebetriebe mit großen Grünflächen oder Landwirte in der Region.
Haben Sie einen verdächtigen Käfer gefunden oder möchten Sie Ihr Grundstück auf Befall prüfen lassen? Schädlingsbekämpfer Mv berät sie gerne.
Rufen Sie uns gerne unter 0151 261 060 41 an. Wir kümmern uns um ihr Anliegen!
Quellen
[1] https://ltz.landwirtschaft-bw.de/,Lfr/Arbeitsfelder/Japankaefer
[2] https://www.rasengesellschaft.de/rasenthema-detailansicht/maerz-2026-2.html
[3] https://pflanzengesundheit.julius-kuehn.de/dokumente/upload/260302_Notfallplan_Popillia-japonica.pdf
[4] https://www.einrichtungsbeispiele.de/artikel/popillia-japonica-japankaefer-in-deutschland-%E2%80%94-erkennen–melden–bekaempfen_aid7256.html
[5] https://www.blw.admin.ch/de/japankaefer-schadorganismus
[6] https://pflanzengesundheit.julius-kuehn.de/dokumente/upload/260302_Notfallplan_Popillia-japonica.pdf
[7] https://www.zdfheute.de/panorama/japankaefer-landwirtschaft-ministerium-reisen-100.html
[8] https://www.compo.de/ratgeber/krankheiten-schaedlinge/insektenbefall/japankaefer
[9] https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/der-japankaefer-ist-da
[10] https://www.krautundrueben.de/japankaefer-auf-dem-vormarsch-helfen-sie-mit
